Aus der Amazon.de-Redaktion
Spätestens seit den Hollywood-Kassenschlagern Master & Commander und Fluch der Karibik sind Piraten und Freibeuter wieder en vogue. Kein Wunder, denn so grausam und unmoralisch manch Zeitgenossen auch waren: Der Kampf gegen die Obrigkeit, der oft grenzenlose Mut und die erstaunlichen nautischen Fertigkeiten rufen nach wie vor Bewunderung hervor. Eine besonders schillernde, wenn nicht gar die schillerndste Persönlichkeit in der Piraten-Zunft verkörpert wohl der Engländer Henry Morgan. Pardon, Sir Henry Morgan, was bereits ein Hinweis auf gewisse Umgangsformen schließen lässt, die andere Freibeuter vermissen ließen.
Leser des Buches Das Piratenschiff werden nicht nur das, sondern viel mehr über diesen außergewöhnlichen Admiral erfahren, und dies auf eine äußerst spannende Art und Weise. Denn Morgans Werdegang, Weltansichten und Seeschlachten werden nicht lehrbuchmäßig vorgetragen, sondern von Rick Haupt sehr reportagig und stimmungsvoll nacherzählt; auch wenn an mancher Stelle Landkarten die beschriebenen Manöver und Kämpfe besser verdeutlichen würden. Dafür ist Haupt mit der Kapitelregie ein echter Geniestreich gelungen. Im Wechsel zu den Rückblenden ins 17. Jahrhundert wird nämlich von den eigens erlebten Ereignissen der Gegenwart berichtet. Das geht es um nichts Geringeres als die Entdeckung Morgans’ gesunkener Schiffe. Auch dabei: Morgans Flaggschiff und Prunkstück einer im Laufe des Buches zu einem wahren Wrackfriedhof kumulierten Flotte -- die „HMS Oxford“, das größte und prächtigste Piratenschiff der Geschichte.
Allein Haupts Fund dieses Schiffes ist eine Sensation. Im Gegensatz zu anderen archäologischen Projekten schafft es der deutsche Dokumentarfilmer und Forscher Rick Haupt jedoch, dieses Ereignis auch für Laien interessant darzustellen. Mehr noch: den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Das gelingt zweifellos dadurch, dass er die beiden Erzählzeiten geschickt miteinander verbindet und so faszinierende Bilder der Piratenzeit in den Köpfen entstehen lässt und nebenbei -- diesmal unterstützt von echten Bildern, die auf 16 Farbseiten abgebildet werden -- interessante Einblicke in das schwierige Unterfangen eines Dokumentarfilmers und professionellen Schatzsuchers gewährt. Doch neben so vielen Schätzen, die in dem Buch geborgen werden, sticht einer besonders heraus: das Buch selbst. -- Christian Haas
Kurzbeschreibung Der 2. Januar 1669 war ein Tag, wie geschaffen zur Vorbereitung auf den Tod. Die heiße Karibiksonne brannte vom Himmel, der Wind blies aus Nordost, und vom Deck seines Flaggschiffs sah Henry Morgan, daß die anderen Schiffe bereits so ankerten, wie er, der Admiral des Königs, der wahre Fluch der Karibik, es befohlen hatte. Man war mitten im Gelage, um die bevorstehende Plünderung von Cartagena zu feiern, als es zur Explosion kam. Die prächtige und stolze HMS Oxford, einhundertvierzig Fuß lang, mehr als zweihundert Tonnen schwer und bestückt mit der Feuerkraft von vierunddreißig Kanonen, sank mit den anderen Schiffen der Flotte auf den sandigen Grund der Karibik. über dreihundert Jahre störte niemand ihre Ruhe. Bis Rick Haupt, Taucher und Wracksucher, mit seinem Team den spektakulären Fund machte und in einem wahren Entdeckerwettlauf das Rätsel um den Friedhof der Piratenschiffe löste.
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